Amazon setzt ein weiteres Zeichen im Kampf gegen gekaufte Bewertungen

Amazon Seller, die positive Rezensionen für ihre Artikel kaufen, sollten überdenken, ob sie diese Praxis auch in Zukunft fortsetzen möchten. Amazon hat das Bestreben, massiv und aggressiv gegen gekaufte Bewertungen vorzugehen. So wurden heute drei Händler, die ihre Bewertungen durch gekaufte Bewertungen auf dem Onlinemarktplatz fälschten, verklagt. In der Vergangenheit wurden bereits Reviewer von Amazon angezeigt. Dies ist das erste Mal, dass Amazon seine Seller direkt verklagt.

Die betreffenden Verkäufer haben ihre eigenen Produkte mit Fakeaccounts positiv bewertet­. Die Spanne der dabei getätigten Bewertungen bewegt sich zwischen 30 und 45 Prozent der Gesamtbewertungen. Die angeklagten Verkäufer sind zwei US-Amerikaner aus Kalifornien und Pennsylvania und ein chinesischer Händler, Accountname CCBetter Direct.

Amazon wird die Angeklagten vom Marktplatz verbannen und ihnen verbieten weiterhin ihre Produkte über die Plattform zu vertreiben und Service von Amazon in Anspruch zu nehmen. Außerdem wird Amazon erzielte Profite einklagen. Zusammen mit den Anwaltskosten werden die Schadensersatzforderungen weit mehr als 25.000 Dollar betragen.

Laut Amazons Angaben verklagte das Unternehmen seit 2015 über 1000 Leute, die gegen Bezahlung Bewertungen erstellten. Jetzt wird gegen die Händler selbst vorgegangen. Amazon versucht die Anreize für Verkäufer, gefälschte Bewertungen zu kaufen, zu eliminieren.

Amazon setzt inzwischen eine Menge von Methoden ein, um den gekauften Bewertungen den Kampf anzusagen, wie Accounts sperren oder gleich komplett verbannen. Zudem entwickelte das Unternehmen Algorithmen, die falsche Bewertungen automatisch erkennt und sie gar nicht erst auf der Plattform erscheinen lässt. Außerdem werden seit dem letzten Sommer die Bewertungen gerankt. Besonders vertrauenswürdige Rezensenten erscheinen besonders weit oben im Ranking.

Der Sprecher Amazons bestätigte den Erfolg im Kampf gegen die falschen Rezensionen. Die weitaus größte Anzahl der bei Amazon vorzufindenen Bewertungen sind authentisch und helfen täglich Millionen von Käufern bei ihrer Kaufentscheidung.

Diese massiven Bestrebungen vom größten Onlinehändler zeigen, welche Relevanz Bewertungen im E-Commerce besitzen- sie sind sicherlich das wichtigste Trust-Element. Sie erleichtern die Kaufentscheidung und führen letztendlich zu mehr Umsatz. Zudem erhält der Verkäufer kostenlos direktes Kundenfeedback und kann so feststellen, welche Waren oder Service der Käufer schätzt und wo unter Umständen nachgebessert werden sollte.

Fälscht man diese Bewertungen, können sie bares Geld und vor allem auch den Ruf kosten. Im Internet ist Vertrauen der wichtigste Einflussfaktor im Kaufentscheidungsprozess. Als Onlinehändler sollten Sie seriös und vertrauensvoll agieren. Auf zuvor genannte Praktiken, sollte schon allein wegen Amazons Vorgehensweise, unbedingt verzichtet werden.

Reagieren Sie als Amazon-Verkäufer schnell auf negatives Kundenfeedback (<24 Stunden). Unzufriedene Käufer sollten beschwichtigt werden und Lösungsansätze aufgezeigt werden. Zudem sollte das Feedback genutzt werden, um bei den angebotenen Produkten oder den Service (Kulanz, Lieferleistung) nach zu justieren.